Vorschau auf die europäische Fußball-Europameisterschaft 2020

Für erfolgreiche Sportwetter sind frühzeitige Recherchen ein Muss. Obwohl die nächste EM erst wieder in vier Jahren ansteht, geben wir jetzt schon eine Vorschau mit Neuerungen und allen wichtigen Informationen, schließlich bieten einige Sportwettenanbieter schon die ersten Langzeitwetten auf den kommenden Europameister an. Je früher eine Langzeitwette platziert wird, umso höher können unter Umständen die Quoten sein. Die Favoriten von morgen können heute noch Geheimfavoriten oder sogar Außenseiter sein. Lesen Sie die wichtigsten Antworten auf die Fragen zur Fußball-Europameisterschaft 2020.

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Das Londoner Wembley-Stadion ist Austragungsort des Finales der Fußball-EM 2020. Bildquelle: photo.ua – 276563147 / Shutterstock.com

Große Wettanbieter wie Bet365, Bwin oder Bet-at-Home haben bereits erste Quoten für den kommenden Europameister bekanntgegeben. Andere wie Tipico, Ladbrokes, 888Sports oder William Hill konzentrieren sich noch auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Wer sich die Wettquoten zum nächsten europäischen Endrundenturnier ansieht, wird feststellen, dass Deutschland durchweg als erster Favorit auf den Titel angesehen wird. Titelverteidiger Portugal liegt diesbezüglich im Schnitt nur auf Platz 5, England als Ausrichter des Endspiels sogar nur auf Platz 6. Dazwischen tummeln sich die üblichen Verdächtigen Frankreich, Spanien sowie immer noch die bei der Euro 2016 so enttäuschenden Belgier.

60 Jahre Fußball-EM – Das ist neu 2020

In den letzten zwanzig Jahren verging keine Europameisterschaft, bei der nicht irgendwelche Neuerungen eingeführt wurden. Zur 60-jährigen Jubiläums-EM haben sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes ausgedacht:

  • EM 1996: Erhöhung der Teilnehmer von 8 auf 16 Mannschaften
  • EM 2000: Das Turnier findet erstmals in zwei Ländern statt (Niederlande und Belgien).
  • EM 2004: Das Silver Goal löste das Golden Goal ab, setzte sich aber ebenfalls nicht durch und wurde schon nach der EM wieder abgeschafft.
  • EM 2008: Einführung einer neuen EM-Trophäe
  • EM 2012: erstmalige Austragung in zwei Ländern des ehemaligen Ostblocks
  • EM 2016: Erhöhung der Teilnehmer von 16 auf 24 Mannschaften
  • EM 2020: erstmalige Austragung in 13 Ländern

Der Plan einer gesamteuropäischen EM ging noch auf die Initiative des ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini zurück. Da die Ethikkommission der FIFA ihn aufgrund von unsauberen Geschäften mit dem damaligen FIFA-Präsidenten Blatter für acht Jahre sperrte, trat Platini im Mai 2016 von seinem Amt zurück. Die Strafe wurde in Berufungsprozessen später auf vier Jahre reduziert. Somit kann Platini nicht mehr erleben, wie seine Idee in die Tat umgesetzt wird. Nachfolger Aleksander Ceferin kippte den Beschluss aber nicht und hält weiterhin an der Idee fest.

Eine weitere Neuerung betrifft die Qualifikation für das Turnier. Für die EM 2020 qualifizieren sich in den zehn Gruppen nur noch der Gruppenerste und Gruppenzweite. Play-off-Spiele zwischen den besten Gruppendritten wird es nicht mehr geben. Die restlichen vier Starplätze gehen an die Sieger der vier Gruppen der UEFA Nations League 2018/19, die 2018 erstmals ausgetragen wird.

Das Vergabeverfahren für die 13 Spielorte

Der Plan einer europaweiten EM wurde vom Kontinentalverband am 6. Dezember 2012 verabschiedet. Als Austragungsorte wurden dreizehn Städte festgelegt, von denen zwölf Städte die 36 Gruppenspiele sowie eine Achtel- oder Viertelfinalpaarung austragen werden. Für die heiße Phase der beiden Halbfinalspiele und das Endspiel bekommt die 13. Stadt den Zuschlag.

Am 25. Januar 2013 beschloss die UEFA die Bewerberkriterien. Diese beinhalteten unter anderem die Mindestkapazitäten der einzelnen Stadien der Euro 2020:

  • Halbfinale und Finale: 70.000 Zuschauer
  • 3 Gruppenspiele plus 1 Viertelfinale: 60.000 Zuschauer
  • 3 Gruppenspiele plus ein Achtelfinale: 50.000 Zuschauer (maximal zwei Ausnahmen für Stadien mit einer Kapazität von mindestens 30.000 Zuschauer sollten gewährt werden)

Von den 54 Nationalverbänden hatten 32 ihr Interesse an einer Austragung bekundet, 19 Nationalverbände bewarben sich schließlich. Am 19. September 2014 gab die UEFA schließlich die endgültigen Austragungsorte bekannt.

Stadt Stadion Kapazität Spiele
 London Wembley-Stadion 90.000 2 Halbfinals + Endspiel
 München Allianz-Arena 70.000 3 Gruppenspiele + 1 Viertelfinale
 Baku Nationalstadion 69.870 3 Gruppenspiele + 1 Viertelfinale
 Rom Olympia-Stadion 72.698 3 Gruppenspiele + 1 Viertelfinale
 St. Petersburg Gazprom-Arena 62.167 3 Gruppenspiele + 1 Viertelfinale
 Brüssel Neues Nationalstadion 62.613 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Kopenhagen Telia Parken 38.076 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Glasgow Hampden Park 51.866 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Budapest Ferenc-Puskas-Stadion 65.000 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Bilbao Estadio San Mamés 50.000 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Amsterdam Amsterdam Arena 53.631 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Dublin Aviva Stadion 51.700 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale
 Bukarest Nationalstadion 55.600 3 Gruppenspiele + 1 Achtelfinale

Das folgende Video zeigt eine Bilderstrecke aller Stadien der Euro 2020 in den dreizehn EM-Spielorten:

Die 51 Spiele der EM 2020 werden in den Stadien von dreizehn verschiedenen Städten ausgetragen.

Fakten zu den Austragungsorten und Stadien:

  • Drei Stadien der Euro 2020 befinden sich noch im Bau: Baku, Brüssel, Budapest
  • Jedes Teilnehmerland soll mindestens zwei Gruppenspiele in der Nähe seiner Heimat austragen dürfen.
  • Nördlichster Austragungsort: St. Petersburg
  • Östlichster Austragungsort: Baku
  • Südlichster Austragungsort: Rom
  • Westlichster Austragungsort: Dublin
  • Größte Entfernung zwischen zwei Austragungsorten der Euro 2020: Baku -> Bilbao (5.550 km)
  • Geringste Entfernung zwischen zwei Austragungsorten der Euro 2020: Brüssel –> Amsterdam (210 km)
  • Stadion mit der geringsten Kapazität: Telia Parken, Kopenhagen
  • Stadion mit der größten Kapazität: Wembley-Stadion, London
  • Ältestes Stadion: Hampden Park, Glasgow (1903)

Favoriten, Geheimfavoriten und Außenseiter der EM 2020

Für Freunde von Sportwetten ist natürlich ganz besonders die Frage nach dem nächsten Titelträger interessant. Der rechtzeitige und richtige Tipp auf den neuen Europameister kann unter Umständen viel Geld einbringen, wenn es wie 2016 wieder einen Überraschungssieger gibt. Aber auch bei anderen Europameisterschaften zogen die vor dem Turnier gehandelten Favoriten schon das eine oder andere Mal den Kürzeren. Die folgende Tabelle zeigt einen Quotenvergleich der Turniersieger vor der EM und vor dem Finale.

Jahr Europameister Quote vor dem Turnier Quote vor dem Finale
1992 Dänemark 40 6,5
1996 Deutschland 6,5 2,5
2000 Frankreich 5,5 2,1
2004 Griechenland 81 4,91
2008 Spanien 6,75 2,3
2012 Spanien 3,4 2,1
2016 Portugal 22 4,2

Quelle: Betexplorer.com

Der größte Gewinn konnte also 2004 beim Sensationssieg von Griechenland eingefahren werden. Aber auch Dänemark 1992 und Portugal 2016 hatten noch ansehnliche Quoten vorzuweisen. Wir haben die Quoten von fünf großen Sportwettenanbietern verglichen, damit jeder Fußballfan sich schon jetzt darüber Gedanken machen kann, auf welchen Favoriten, Geheimfavoriten oder gar Außenseiter sich eine Wette lohnen könnte.

   bwin  interwetten  bet365  netbet  betway
Deutschland 4 5 5 5 6
Frankreich 8 6 5 5,5 9
Spanien 8 6 6,5 6 7
Italien 11 12 15 13 10
Portugal 12 20 11 12 26
England 13 8 13 13 12
Belgien 13 12 8 8 12
Niederlande 15 20 15 17 17
Kroatien 21 25 34 31 21
Serbien 51 75 151 126 34
Russland 51 75 67 71 34
Schweden 67 100 81 81 34
Topquoten 3 3 4 1 3

 

Die Stars der Euro 2020

Im Jahr 2009 gewann Deutschland die U21-Europameisterschaft durch einen 4:0-Sieg im Endspiel gegen England. Fünf Jahre später wurden sechs Spieler dieser Mannschaft Weltmeister mit dem A-Team.

Diese Spieler könnten auch noch bei der EM 2020 eine wichtige Rolle spielen. Dazu kommen natürlich weitere deutsche Stars wie Toni Kroos, Thomas Müller, Julian Draxler und Mario Götze. Von der Generation, die bei der U21-EM 2015 das Halbfinale erreichte, gehören Andre ter Stegen (24), Emre Can (22), Joshua Kimmich (21) und Kevin Volland (24) bereits heute zum Kader der deutschen A-Nationalmannschaft.

Aber auch in anderen Ländern wachsen hoffnungsvolle Nachwuchstalente heran. Die nachfolgende Tabelle listet mögliche Stars der EM 2020 aus den Top-Ligen Europas auf (in Klammern das Alter der Spieler zur EM 2020).

Land Alt-Stars Jung-Stars
England Raheem Sterling (25), Wayne Rooney (34) Luke Shaw (25)
Italien Marco Verratti (28), Gianluigi Buffon (42) Alessio Romagnoli (25), Gianluigi Donnarumma (21)
Spanien Sergio Ramos (34), Andres Iniesta (36) Jesus Vallejo (23), Héctor Bellerín (25)
Frankreich Antoine Griezmann (29), Paul Pogba (27) Ousmane Dembélé (23), Anthony Martial (24)
Portugal Cristiano Ronaldo (35), Nani (33) Renato Sanches (22), Raphael Guerreiro (26)
Niederlande Arjen Robben (36) Riechedly Bazoer (23)
Belgien Kevin de Bruyne (29), Eden Hazard (29) Youri Tielemans (23)

 

Die EM 2020 im TV

Die Fußballfans in Deutschland können sich auch bei der gesamteuropäischen Europameisterschaft 2020 auf die Übertragung aller Spiele im Free-TV freuen. Dabei werden die Qualifikationsspiele der deutschen Mannschaft zur Euro 2020 vom Privatsender RTL übertragen. Des Weiteren zeigt der Spartensender RTL Nitro weitere interessante Spiele ohne deutsche Beteiligung.

Die Endrunde wird dann wieder wie gewohnt von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Das Erste und ZDF übertragen. Die Kosten dafür dürften bei geschätzten 240 Millionen Euro liegen, nachdem der Preis für die Übertragungsrechte der EM 2012 bei 120 Millionen und der EM 2016 bei 180 Millionen Euro lag. Die Fans werden es danken und wieder zahlreich einschalten. Vielleicht wird ja bei der EM 2020 die Marke 30 Millionen Zuschauer geknackt. Die Rekord-TV-Quote liegt bei 29,82 Millionen Zuschauer und wurde beim Halbfinale der EM 2016 zwischen Deutschland und Frankreich erreicht.

Den TV-Zuschauerrekord hält übrigens das WM-Finale von 2014 zwischen Deutschland und Argentinien. Damals saßen 34,65 Millionen Zuschauer vor den deutschen Fernsehgeräten. Weltweit sahen das Spiel sogar über eine Milliarde Menschen, also ein Siebtel der Weltbevölkerung.

Ranking der TV-Quoten bei Spielen der Fußball-EM

Infografik zu den besten TV-Quoten bei Spielen der Fußball-Europameisterschaft. Quelle: eigene Darstellung

 

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