Sportligen sind für Öffnung des Wettmarkts

Zuletzt aktualisiert: 10.09.2019

Sportwetten wurden bislang nur unter staatlicher Kontrolle durchgeführt. Der Markt an Sportwetten ist noch immer eng begrenzt. Sportwetten gehören zu den Glücksspielen und können süchtig machen. Für Sportwetten gelten bestimmte Regeln. Bislang durften Sportwetten in Deutschland nur von staatlichen Anbietern auf den Markt gebracht werden. Mit Sportwetten lassen sich lukrative Gewinne erzielen. Die Zahl der Anbieter, die Sportwetten im Internet schwarz betreiben, ist groß. Schleswig-Holstein will ab 2012 eine Sonderregelung für Glücksspiele und Sportwetten durchziehen und privaten Anbietern den Markt öffnen. Nicht nur Schleswig-Holstein als Bundesland verfolgt dieses Ziel, sondern auch Sportligen fordern die Öffnung des Wettmarkts.

 

Die Gründe für die Öffnung des Wettmarkts

Da viele Anbieter von Sportwetten und anderen Glücksspielen nur im Ausland oder schwarz im Internet aktiv sind, gehen dem Staat Steuern verloren. Schleswig-Holstein verfolgt mit der Legalisierung privater Anbieter das Ziel, zusätzliche Einnahmen für die Landeskasse zu erzielen. Für Sportligen bedeutet die Öffnung des Wettbewerbs ebenfalls eine Einnahmequelle.

Sicher können Sie sich noch an den Wettskandal in der Fußball-Bundesliga von 2005 erinnern, wo Schiedsrichter Robert Hoyzer Spiele manipulierte, um Gewinne mit einem bestimmten Ergebnis zu erzielen. Dies ist nur ein Einzelfall. Viele weitere Fälle wurden nicht populär. Wird der Wettmarkt geöffnet, könnten solche Fälle künftig verhindert werden.

Für Sie als Wettspieler könnte diese Entwicklung ebenfalls Vorteile haben, denn Sie können verschiedene neue Wetten online finden, bei denen es sich lohnt, mitzumachen.

Von einem erhöhten Suchtfaktor kann bei der Öffnung des Wettmarktes kaum die Rede sein, denn viele haben bislang illegal gewettet. Mit der Öffnung des Wettbewerbs könnte der Reiz des Verbotenen verloren gehen.

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Wie könnte die Öffnung des Wettmarktes durchgesetzt werden?

Wie die Öffnung des Wettmarktes durchgesetzt werden kann, darüber wurde bereits in Schleswig-Holstein diskutiert. Die Wettanbieter sollen Lizenzen erwerben.

Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer sprach sich dafür aus, den Markt für seriöse Wettanbieter zu öffnen. Durch diese lizensierten Anbieter sollten Limits für Einsätze und Höchstgewinne gesetzt werden, dem Schwarzmarkt könnte ein Riegel vorgeschoben werden. Dies verstärkt nicht nur die Vorfreude auf die Rückrunde, sondern auch den Spaß am Wetten. Beckenbauer ist für strenge staatliche Kontrollen der Anbieter und für ein Frühwarnsystem. Die Kriminalität könnte damit nicht vollständig bekämpft werden, doch würde die Öffnung des Wettmarktes, verbunden mit staatlichen Kontrollen, deutlich unattraktiver für Manipulationen von Spielen werden. Allerdings mindert dies keineswegs das Risiko der Glücksspielsucht, wie sie bei solchen und weiteren Glück abhängigen Spielen besteht.

Schleswig-Holsteins Sonderweg bei den Sportwetten

Bei der Fußball-WM wurde Krake Paul berühmt, da er die Fußballergebnisse erfolgreich vorhersagte, denn Sportwetten können lukrative Gewinne bringen. Die unterschiedlichsten Wetten sind auf dem Markt. Allerdings haben alle Sportwetten einen Suchtfaktor. Wer bereits einmal gewonnen hat, versucht es immer wieder. Die Grenze zur Sucht ist schnell überschritten. Bei den Sportwetten geht Schleswig Holstein einen Sonderweg, da es den Privatanbietern freie Fahrt ermöglicht. Könnte der Sonderweg von Schleswig-Holstein in anderen Bundesländern Schule machen?

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Wie sieht Schleswig-Holsteins Sonderweg aus?

Vom Sonderweg Schleswig-Holsteins bei den Sportwetten haben Sie sicher schon gehört. Vielleicht werden Sie jetzt überlegen, was da berichtet wurde. Schleswig-Holstein will den Markt für private Anbieter von Fußball Wetten und anderen Wettspielen über ein Konzessionsmodell regulieren. Dem Staat gingen bislang viele Steuergelder verloren, da die privaten Wettanbieter ihren Geschäftsbetrieb in das Ausland verlagert hatten. Der Markt soll für diese Anbieter nun legalisiert werden. Die privaten Anbieter von Sportwetten und Live Wetten können jetzt für einen bestimmten Zeitraum eine Lizenz erwerben. Dies ist nun ab 2012 möglich. Nicht nur Sportwetten, sondern andere Spiele, wie Online-Poker, werden dadurch für private Anbieter möglich.

Die Lizenz, die von den privaten Anbietern beantragt werden muss, ist fünf Jahre lang gültig. Im Gegenzug dazu müssen die privaten Anbieter 20 Prozent an das Land Schleswig-Holstein abführen. Ob dies für die privaten Anbietet lohnenswert ist, muss sich noch zeigen.

Schleswig-Holstein reagiert damit als erstes Bundesland auf die im Internet verbreiteten Glücksspiele. Der Markt soll damit unter staatliche Kontrolle gelangen. In Deutschland gilt bislang ein Verbot für Glücksspiele, doch die Zahl der illegalen Anbieter im Internet ist groß. Mit der Legalisierung über private Anbieter erhofft sich Schleswig-Holstein eine Legalisierung des Marktes.

Fördert dieser Sonderweg die Spielsucht?

Ob dieser Sonderweg die Glücksspielsucht fördert oder ihr entgegenwirkt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Vertreter der Opposition werfen der Regierung Schleswig-Holsteins vor, die Spielsucht zu fördern.

Nicht nur die Opposition, sondern Vertreter vieler anderer Bundesländer teilen nicht  den Standpunkt der schleswig-holsteinischen Regierung und sprechen sich dagegen aus. Die 15 anderen Bundesländer suchen nach einem Weg, der mit dem EU-Recht konform ist. Peter-Harry Carstensen (CDU), der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, hält an seinem Standpunkt fest.

Lizenzen sollen ab März 2012 vergeben werden. Schleswig-Holstein ist hoch verschuldet und erhofft sich mit seinem Sonderweg bei den Sportwetten eine zusätzliche Einnahme von 60 Millionen Euro pro Jahr.

Aktueller Artikel im SPIEGEL und auf meinem Blog über den Deutschen Sportwettenverband (DSWV)

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