Weltmeisterschaft: Ab 2026 WM mit 48 Teilnehmern

Lange wurde darüber diskutiert – nun ist es beschlossene Sache. Ab dem Jahr 2026 wird die Weltmeisterschaft mit 48 Teilnehmern starten. Das Teilnehmerfeld wurde dadurch deutlich erweitert. Laut Aussage der FIFA-Verantwortlichen, um auch den kleineren Ländern dieser Fußball-Welt eine Chance auf das Turnier zu geben. Allerdings spielt natürlich auch der Verdienst eine mögliche Rolle, denn durch die „Mammut-WM“ können auch die Einnahmen in die Höhe getrieben werden. Bislang ist sich die Sport-Welt also noch nicht ganz einig, ob es sich um eine gute Idee oder lediglich eine weitere Einnahmequelle handelt. Wir haben uns das neue System mal genauer angesehen und selbstverständlich auch die Vor- und Nachteile durchleuchtet.

Kuba gegen Haiti: Ist das spannend bei einer Weltmeisterschaft?

Vor wenigen Tagen entschied der FIFA-Rat in Zürich, dass die Weltmeisterschaft künftig mit 48 Mannschaften gespielt wird. Der bisherige Modus mit 32 Teilnehmern wird ab 2026 ersetzt und findet damit nur noch bei der Weltmeisterschaft in Russland und Katar Anwendung. Für die Fußballfans bedeutet das, dass künftig noch mehr Fußball während einer WM im Fernsehen zu sehen sein wird. Gleichzeitig aber auch durchaus eine Umstellung. Die Vorrunde wird künftig nicht mehr mit acht Gruppen und vier Mannschaften pro Gruppe gespielt, sondern auf 16 Gruppen mit jeweils drei Mannschaften erhöht. Das soll laut FIFA in erster Linie den kleinen Nationen helfen, die in den letzten Jahren keine einzige Reise zu einem Turnier antreten konnten. Ob die Fans sich allerdings auf Duelle zwischen Kuba und Haiti oder anderen „Fußball-Nationen“ wirklich freuen dürfen, sei jetzt einmal dahingestellt.

Vorgesehen ist zudem ein neuer K.O.-Modus für die letzten 32 Mannschaften, so dass lediglich die Gruppenletzten aus den 16 Qualifikationsgruppen ausscheiden. Direkt im Anschluss verändert sich dann allerdings nichts mehr, so dass nach der Zwischenrunde mit den 32 Mannschaften wie gewohnt im Achtelfinale weitergespielt wird.

Mögliche weitere Veränderungen noch offen

Mit den jetzt fest gesetzten Regeln ist die FIFA aber offenbar noch nicht ganz fertig. FIFA-Chef Gianni Infantino wollte sich erst einmal nicht dazu äußern, ob Unentschieden künftig direkt im Elfmeterschießend beendet werden. Auch diese Option wurde in der Vergangenheit mehrfach diskutiert und schein zumindest aktuell noch nicht ganz vom Tisch. Weitere mögliche Änderungen, wie zum Beispiel die Nutzung der Weltrangliste bei Tor- oder Punktegleichheit, kündigten die FIFA-Bosse allerdings nicht vor 2023 an.

Vor- und Nachteile des neuen WM-Modells

Bislang sind sich die Personen aus der Welt des Fußballs noch nicht ganz einig, was sie von der Änderung halten sollten. Bekannt ist, das Bundestrainer Joachim Löw nicht gerade als Freund der Weiterung gilt. Kleinere Nationen dürfte die Entscheidung der FIFA hingegen freuen. Vorteile bringt diese Änderung insofern, dass diese Länder jetzt auch eine Chance auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft bekommen, die mit dem alten Modus vermutlich nicht drin gewesen wäre. Das bringt durchaus ein wenig Platz für Fußball-Romantiker, schließlich können die kleineren Nationen bei einem Turnier immer wieder über sich hinaus wachsen. Bestes Beispiel: Island, welches bei der Europameisterschaft in Frankreich als echte Überraschung bezeichnet werden kann. Solche Überraschungen könnten künftig mit dem neuen System ohne Zweifel öfter auftreten.

Allerdings bleibt die Frage, ob die vielen, möglicherweise langweiligen, Spiele zwischen diesen Nationen für den Zuschauer interessant sind. Darüber hinaus spielt künftig auch die Infrastruktur eine übergeordnete Rolle, denn nur wenige Nationen auf dieser Welt können ein so großes Turnier überhaupt ausrichten. Gute Chancen also für Deutschland, bald wieder eine WM in der Bundesrepublik ausstatten zu können. Für Länder wie Brasilien oder Südafrika sind die Chancen auf eine Weltmeisterschaft dann hingegen verschwindend gering. Ein klares Pro-Argument ist aus Sicht der Entscheider, dass die Belastung für die Spieler nicht zunimmt. Schließlich macht sich insbesondere die Bundesliga immer Sorgen darüber, dass die Kicker möglicherweise nicht fit genug zurückkehren. Zwar sind es insgesamt 80 statt 64 Spiele, diese werden aber dennoch an 32 Tagen ausgespielt. Die Anzahl der Ruhetage soll laut FIFA für jedes Team identisch bleiben.

Fazit: Der neue Modus wird sich beweisen müssen

Die Entscheidung der FIFA hat für ein Beben in der Fußball-Welt gesorgt und gleichzeitig auch die Kritiker wieder auf die Bahn geholt. Immerhin generiert der Weltfußballverband durch die zusätzlichen 16 Teams geschätzte Mehreinnahmen von mehr als 600 Millionen Euro. Allerdings wurde das Modell offensichtlich auch gut geplant, denn die Belastungen für die Spieler ändern sich so gut wie überhaupt nicht. Ob sich das neue Modell für die Weltmeisterschaft tatsächlich behaupten kann, wird sich allerdings frühestens 2026 zeigen. Und bis dahin bleiben ja noch zwei Turniere, die nach dem guten alten klassischen Modell gespielt werden.

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