Sportwetten Mafia – Alles Quatsch?

Zuletzt aktualisiert: 16.01.2019

Rund um die Sportwetten gibt es immer wieder dunkle Vermutungen und viele Gerüchte. Die Sportwetten Mafia soll weltweit agieren und heutzutage schon für viele manipulierte Spiele und Veranstaltungen zuständig sein – so weit die Theorie. Aber stimmt das auch in der Praxis? Wie aktiv ist die Sportwetten Mafia wirklich, und was wird dagegen unternommen? Wir haben uns diesen Fragen angenommen und werden im Folgenden näher darauf eingehen.

Wie groß ist der Einfluss der Sportwetten Mafia?

Wie groß ist der Einfluss der Sportwetten Mafia?

„König Fußball“ übernimmt die Chefrolle

Der Fußball nimmt bei den Buchmachern klar eine übergeordnete Rolle ein. Das lässt sich leicht an den Portfolios in unserem Wettanbieter Vergleich erkennen und lässt sich auch durch eindeutige Zahlen belegen. Allein 50 Prozent der weltweit platzierten Sportwetten kommen dem Fußball zu gute. Jährlich wird ein Umsatz von circa 400 Milliarden Euro verbucht – Tendenz steigend. Gar nicht so einfach, findet auch Jean-Francois Gayraud vom französischen Inlandsnachrichtendienst. Der prangert an: „Innerhalb der 90 Minuten eines Fußballspiels kommen weltweit Unsummen von Geld auf tausenden von Webseiten zusammen. Wer sollte das noch kontrollieren können?“. Schließlich öffnet sich der Markt immer weiter. Das Wettangebot wird vielfältiger, die Einsatzmöglichkeiten größer.

Wirklich problematisch wurde es laut Experten aber erst durch den Schwenk ins Online-Geschäft, denn dadurch lassen sich verdächtige Entwicklungen auf dem Markt nur sehr schwer erkennen. Mehr als 15.000 Wettanbieter stellen im Internet ihre Dienste zur Verfügung. Das macht es vor allem für die Hobby-Tipper leicht, die Wetten zu platzieren. Öffnet in vielerlei Hinsicht aber natürlich auch Tür und Tor für Kriminelle und die Sportwetten Mafia. Wie deutlich der Fußball dabei im Vordergrund steht, verdeutlich ein Blick auf das Verhältnis zu anderen Sportarten: Während bei den Olympischen Spielen 2008 insgesamt Wetteinsätze im Wert von 900 Millionen Euro innerhalb der zwei Wochen verzeichnet wurden, waren es bei einer Partie von Manchester United und dem FC Barcelona innerhalb von nur 90 Minuten mehr als eine Milliarde Euro.

Fußballwetten sind bei den Buchmachern der Top-Seller

Fußballwetten sind bei den Buchmachern der Top-Seller

Die Probleme liegen dabei auf der Hand. In erster Linie versuchen die Buchmacher mit Hilfe Dritter die unzähligen Quotenveränderungen und Einsätze auszuwerten. Speziell durch die Livewetten allerdings wurde dieser Prozess deutlich schwieriger gemacht. Innerhalb weniger Sekunden können jetzt hohe Beträge auf bestimmte Ereignisse gesetzt werden, so dass sich nur noch schwer nachvollziehen lässt, inwiefern sich die Märkte geändert haben. Insgesamt stehen die Behörden aber noch vor einem weiteren Problem, denn auch die Platzierung enorm großer Summen ist dank der enorm großen Vielfalt auf dem Markt mittlerweile keine Schwierigkeit mehr.

Dennoch können wir an dieser Stelle auch ein wenig Öl aus dem Feuer nehmen, denn die Anzahl der tatsächlich von der Sportwetten Mafia manipulierten Spiele im Fußball oder anderen Sportarten ist verschwindend gering. Nichtsdestotrotz lässt sich die Existenz derartiger Betrügereien nicht von der Hand weisen.

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Auch Deutschland war schon mehrfach betroffen

Im deutschen Fußball hat es bislang vor allem zwei große Manipulationsaffären gegeben, wobei nur in einer davon tatsächlich eine Sportwetten Mafia beteiligt war. Dass die Manipulation von Sportereignissen aber keine neue Modeerscheinung dieser Jahre ist, zeigt ein Blick in die Geschichte. In Deutschland wurde in der Saison 1970/91 der bis dato größte Skandal des Fußballs aufgedeckt. Mehrere Offizielle, Spieler, Trainer und Funktionäre sollen darin verstrickt gewesen sein. Ziel dieser Manipulationen war es, den Abstieg von Rot-Weiß Oberhausen und Arminia Bielefeld aus der Bundesliga zu verhindern.

Herausgekommen ist die Affäre damals durch Tonbandaufnahmen, die mehrere Täter dabei aufnahmen, wie sie über Schmiergelder und Manipulationen sprachen. Für den deutschen Fußball war dies der erste große Rückschlag in seiner damals noch recht jungen Nachkriegsgeschichte.

Da sich Geschichte aber bekanntlich wiederholt, dauerte es nur rund 35 Jahre, ehe Deutschland schon wieder vor einem handfesten Fußball-Skandal stand. Dieses Mal allerdings unter Beteiligung der Sportwetten Mafia und mit deutlich größerem Konfliktpotenzial. Schillernde Figur der Manipulationen war der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer. Der soll im Auftrag der kroatischen Sportwetten Mafia mehrere Spiele zu Gunsten der Auftraggeber manipuliert haben. Hoyzer selber soll dafür offenbar kleinere „Geschenke“ oder Geldsummen erhalten haben. Die Gewinne der Sportwetten Mafia werden dabei aber als enorm eingeschätzt – ebenso der Rufschaden für den DFB und seine Schiedsrichter.

Doch damit war die Sache noch nicht gegessen, denn Hoyzer beschuldigte auch zahlreiche Profis und andere Schiedsrichter. Mit der Zeit wurden die Ermittlungsakten immer dicker, bis sich die Geschichte zum größten Skandal im deutschen Fußball entwickelte.

Geht der Sport durch die Sportwetten Mafia kaputt?

Manipulationen sind für den Sport und die Sportart natürlich niemals förderlich. Glücklicherweise kann aber noch nicht gesagt werden, dass der Sport durch die Sportwetten Mafia zerstört wird. Der Einfluss ist zwar spürbar, dennoch ist die Anzahl der manipulierten Spiele erfreulich gering. Insgesamt sollen in Europa bislang rund 400 Fußballspiele manipuliert worden sein. Bedenkt man hierbei, dass jeder Wettanbieter teilweise 200 Spiele täglich offeriert, fällt die Zahl also dementsprechend gering aus.

Ganz besonders betroffen sind zudem meist nur die Spiele in den unteren Ligen. Die Top-Stars verdienen mit ihrem Beruf genug Geld und sind daher nicht so anfällig für die Manipulationen. Hobbyspieler, die in Amateur-Mannschaften kicken und vielleicht selber wetten, fallen hingegen schon eher in das Raster. Unterm Strich lässt sich also festhalten, dass die „Bedrohung“ durch die Sportwetten Mafia für den Hobby-Tipper zuhause sehr gering ist. In erster Linie geht das Geschäft der Buchmacher kaputt, denn die müssen deutlich höhere Gewinnsummen auszahlen, als möglicherweise eingeplant.

Was wird gegen die Sportwetten Mafia unternommen?

Bereits seit mehreren Jahren haben sich die großen Sportverbände FIFA, UEFA und auch der IOC mit Interpol zusammengetan, um noch besser auf drohende Manipulationen reagieren zu können. Hierfür werden überwiegend Daten, Wettquoten und Quotenveränderungen analysiert, wobei dieser Aufwand für eine Behörde alleine nicht zu schaffen ist. Aus diesem Grund werden dritte Unternehmen eingesetzt, zu denen zum Beispiel die Londoner Firma „Sportradar“ gehört. Sportradar beobachtet weltweit mehr als 40.000 Fußballspiele im Jahr und überwacht die Wettmärkte dabei hinsichtlich auffälliger Veränderungen. Durch diese Kooperation gelingt es zum Beispiel, verdächtige Wettbewegungen frühzeitig zu erkennen und die Buchmacher darüber zu informieren.

Die Reaktionen der Bookies fallen dann oftmals unterschiedlich aus. Während viele Anbieter die betroffenen Spiele aus dem Portfolio nehmen, beschränken andere nur die maximalen Einsätze für dieses Spiel. Generell gehen einige Vertreter der Branche aber auch schon so weit, dass Spiele aus dem Amateur-Bereich überhaupt nicht mehr ins Angebot aufgenommen werden.

Fazit: Das Problem ist in den Griff zu kriegen

Die Sportwetten Mafia ist existent. Das lässt sich in keinem Fall leugnen. Allerdings ist der Einfluss noch keinesfalls beängstigend, denn die Anzahl der manipulierten Spiele ist verschwindend gering. Das haben die Tipper und Buchmacher vor allem der Arbeit zahlreicher Behörden und Dritter zu verdanken, die sich rund um die Uhr mit Fußballspielen und ihren Wettquoten beschäftigen. Als normaler Hobby-Tipper besteht also nur wenig Grund zur Sorge, dass der eigene Tippschein durch Manipulationen der Sportwetten Mafia kaputt gehen könnte. Die Wettanbieter reagieren auf auffällige Veränderungen meist sehr schnell, so dass der größte Schaden abgewendet werden kann. Nichtsdestotrotz muss aber weiter derart konsequent gearbeitet werden, damit die Sportwetten Mafia ihren Einfluss künftig nicht vergrößern kann.

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