Italien will das Glücksspiel stärker regulieren

In Italien geht es in der Politik derzeit heiß her. Das hat weniger mit den Entwicklungen der Weltpolitik zu tun, sondern hängt viel mehr mit den Problemen im eigenen Land zusammen. Der italienische Glücksspielmarkt ist nicht nur einer der größten der Welt, sondern gleichzeitig auch einer der am wenigsten regulierten. Und genau das soll sich jetzt ändern – zumindest wenn es nach Minister Matteo Renzi geht.

Plan zu Reduzierung der Spielautomaten liegt vor

Renzi hat gemeinsam mit zahlreichen weiteren Vertretern der Politik einen umfangreichen Plan zu Regulierung des Glücksspiels vorgelegt. Kernpunkt: Die Reduzierung der Spielautomaten im Land. Das Ganze klingt allerdings leichter, als es wahrscheinlich umzusetzen sein wird. Der Grund dafür ist einfach, denn in den letzten 15 Jahren wurde der italienische Glücksspielmarkt so gut wie gar nicht reguliert. Still und heimlich wuchs der Markt so auf den Viertgrößten der ganzen Welt und konnte quer durch das Land hinweg gedeihen. Da keine Begrenzungen oder Regelungen aufgestellt wurden, wurde so gut wie überall ein Spielautomat installiert. Laut „Wall Street Journal“ entfällt bei rund 400.000 Spielautomaten im Lande auf jeden 125. Italiener eine Slot-Maschine.

Branche ist zu mächtig geworden

Der große Haken für Minister Renzi und seine Truppe ist in diesem Fall, dass die Branche eine enorme Macht entwickelt hat und im Jahr mehr als 88 Milliarden Euro Umsatz scheffelt. Und genau hier kassiert der italienische Staat in Form von Steuern mächtig ab. Fallen diese Einnahmen nun weg, droht im ohnehin schon maroden Haushalt die nächste klaffende Lücke. Fest steht allerdings, dass der Markt in Italien ohne Zweifel reguliert werden muss, denn rund eine Million Italiener sind laut „Wall Street Journal“ sogenannte „heavy-gamblers“, also spielsüchtig. Berichten der Agentur Agimeg zufolge investiere jeder Italiener im Jahr im Durchschnitt 1.500 Euro in Spielautomaten – mehr als irgendeine andere der großen Nationen dieser Welt.

Der Plan der Politiker ist nun enorm ehrgeizig und sieht einen Cut um rund ein Drittel aller Spielautomaten bis zum Ende 2017 vor. Schon jetzt regt sich allerdings mächtiger Protest, da die Glücksspielindustrie derartige Einschränkungen auch für Lotterien und Sportwetten fordert. In den letzten Jahren wurden zwar generell im Glücksspiel-Bereich in Italien einige Dinge verändert, ganz offensichtlich aber noch lange nicht genug.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.