Die legendärsten Spiele der deutschen Nationalmannschaft

Es gibt sie, diese Spiele an die man sich noch sein Leben lang erinnert. Von Generation zu Generation werden die geschichtsträchtigen Ereignisse weitergereicht, und eine ganze Nation ist stolz auf die Leistungen ihrer Nationalmannschaft. Natürlich ist auch die Geschichte der deutschen Nationalelf geprägt von zahlreichen legendären Spielen. „Das Wunder von Bern“, Wembley, die Patzer von Oliver Kahn 2002 und natürlich der Titelgewinn 2014 – all diese glorreichen Momente reihen sich in die legendärsten Spiele der deutschen Nationalelf ein. Es wurden Helden geboren und Tränen vergossen - Fußballspieler wurden unsterbliche Legenden! Wir haben die zehn legendärsten Spiele der deutschen Nationalelf noch einmal gesammelt, damit diese wunderbaren Momente niemals in Vergessenheit geraten. shutterstock_111843329 1954 – „Das Wunder von Bern“ Der 4. Juli 1954 wird für jeden deutschen Fußballfan immer in Erinnerung bleiben. Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt in Bern das Finale gegen den großen Favoriten Ungarn. Die Geschichte um den Siegtorschützen Helmut Rahn ist bis heute legendär und wurde sogar verfilmt. Für Deutschland war das „Wunder von Bern“ aber viel mehr als nur ein Titelgewinn bei einer Weltmeisterschaft. Der Sieg in der Schweiz war für viele Bürger Deutschlands eine Art Wiedergutmachung für das gesamte Leiden während des zweiten Weltkrieges. Die Nation verbrachte den Tag des Endspiels gesammelt vor den wenigen Fernsehern im Lande und bekam eine atemberaubende Partie geboten. Der Favorit aus Ungarn führte bereits nach acht Minuten durch Treffer von Ferenc Puskás und Czibor mit 2:0. Deutschland konnte in der zehnten Minute durch Max Morlock auf 1:2 verkürzen. Acht Minuten später gelang Helmut Rahn der 2:2 Ausgleich. Nach der hektischen Anfangsphase passierte erst einmal nichts mehr, ehe Helmut Rahn in der 84. Minute das wohl legendärste Tor der deutschen Nationalmannschaft erzielte. Deutschland wurde zum ersten Mal Weltmeister. shutterstock_229444093 1966 – Das Finale in Wembley Ein schwarzer Tag in der Geschichte des deutschen Fußballs ist der 30. Juli 1966. Unter der Führung von Mannschaftskapitän Uwe Seeler verliert Deutschland das Finale der Weltmeisterschaft gegen England im Wembley-Stadion und muss zusehen, wie der große Konkurrent seinen ersten und bisher einzigen WM-Titel feiert. Auch dieses Spiel wird für immer in der Geschichte der Nationalelf verankert sein. Nach 20 Spielminuten stand es bereits 1:1, in der 78. Minute gelang England durch Martin Peters die 2:1 Führung. Deutschland zeigte Kampfgeist und kam in der Nachspielzeit durch Wolfgang Weber tatsächlich zum 2:2 Ausgleich. Der Rest dieses Finales ist legendär: In der 101. Spielminute schießt Geoff Hurst den Ball an die Unterkante der Latte. Dieser prallt senkrecht in Richtung Boden und wird von Wolfgang Weber ins Toraus geköpft. Schiedsrichter Gottfried Dienst entscheidet auf Tor – 3:2 für England. Bis heute ist nicht klar, ob der Ball hinter der Linie war. Seit Jahren scheiden sich an den Videobildern die Geister. Ausgegangen ist das Spiel aus deutscher Sicht 2:4, obwohl beim vierten Treffer der Engländer bereits Zuschauer auf dem Spielfeld waren.  

1974 – Deutschland gegen Deutschland

Im Hamburger Volksparkstadion fand am 22. Juni 1974 ein ganz besonderes Spiel in der Historie Deutschlands statt. Die Bundesrepublik Deutschland empfing die Deutsche Demokratische Republik. Nie mehr traten danach zwei deutsche Nationalmannschaften gegeneinander an. Grundlage für die Partie war die Vorrunde der Weltmeisterschaft 1974. Die Bundesrepublik Deutschland ging als großer Favorit in die Begegnung, verlor am Ende aber völlig überraschend durch einen Treffer von Jürgen Sparwasser mit 0:1. Dennoch war die Niederlage für das Team gut, denn die legendäre „Nacht von Malente“, in der es nach der Partie eine Aussprache der Mannschaft gab, sorgte für steigende Leistungen während des Turniers. Am Ende wurde Westdeutschland Weltmeister. 1974 – Die deutsche Nationalmannschaft holt den Titel in Deutschland Im Finale von München konnte Deutschland am 7. Juli 1974 den Weltmeistertitel gegen die Niederlande einfahren. Bis heute ist das Spiel gut in Erinnerung, denn es war vor allem das Aufeinandertreffen zweier Fußball-Giganten: „Kaiser“ Franz gegen „König“ Johan. Obwohl Deutschland bereits in der ersten Minute durch einen Treffer von Neeskens in Rückstand geriet, konnte die deutsche Nationalmannschaft das Spiel noch drehen und gewann am Ende mit 2:1. Siegtorschütze war Gerd Müller, der mit dem 2:1 seinen 68. und damit letzten Treffer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft erzielte. Das Führungstor der Niederlande wurde übrigens durch den ersten Strafstoß in der Geschichte der WM-Endspiele erzielt. Vorher spielten die technisch starken Holländer vom Anstoß an, den Ball über exakt 16 Stationen. Die 17. Station war Johan Cruyff, der vom Mittelkreis bis in den deutschen Strafraum lief und dort von Uli Hoeneß gefoult wurde. shutterstock_198527891 1990 – Die Spuck-Attacke im WM-Achtelfinale Holland gegen Deutschland war unter den Länderspielen schon immer ein ganz besonderes Duell. Die beiden Nachbarländer bekämpften sich auf dem Rasen bis aufs Äußerste. Die Partie am 24. Juni 1990 gilt bis heute als eine der boßhaftesten Begegnungen zwischen den beiden Fußball-Nationen. Deutschland gelingt mit dem 2:1 zwar eine Revanche für das Ausscheiden 1988, in Erinnerung bleiben bei dieser Partie aber vor allem unschöne Szenen. Frank Rijkaard spuckt Rudi Völler an und beide fliegen mit einer roten Karte vom Platz. Völler schwört bis heute, dass er nichts gemacht hat. Diese Szene war ein prägender Moment für die Konkurrenz zwischen Deutschland und den Niederlanden. Die Tore der deutschen Nationalmannschaft erzielten Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme. Der Treffer von Brehme sollte für Deutschland für das gesamte Turnier das letzte Tor aus dem Spiel heraus sein. Zwar erzielte die DFB-Elf noch Tore, diese entstanden aber allesamt aus Standardsituationen. 1996 – Das erste „Golden Goal“ der Geschichte Am 30. Juni 1996 musste die deutsche Nationalmannschaft zurück in das englische Station, in dem sie 30 Jahre zuvor einen der traurigsten Momente erlebte. Im Finale der Europameisterschaft 1996 traf Deutschland im Wembley-Stadion auf Tschechien. Bereits in der Vorrunde trafen beide Teams aufeinander und Deutschland setzte sich ungefährdet durch. Im Endspiel hatte der große Favorit dann aber enorme Probleme mit den Osteuropäern. In der 59. Spielminute gingen die Tschechen durch einen Elfmeter von Patrik Berger mit 1:0 in Führung. Deutschland brauchte einige Minuten, kam durch Oliver Bierhoff in der 73. Minute aber zum 1:1 Ausgleich. Da auch nach 90 Minuten noch kein Sieger feststand, ging das Spiel in die Verlängerung. Nach nur fünf Minuten erzielte Oliver Bierhoff den zweiten Treffer der Partie. Gleichzeitig erzielte der deutsche Stürmer damit auch das erste „Golden Goal“ in der Geschichte des Fußballs. Für Deutschland war dies der dritte Titel bei einer Europameisterschaft. 2002 – Der Patzer des „Titans“ Für einen Deutschen wird der 30. Juni 2002 für immer ein rabenschwarzer Tag bleiben. Oliver Kahn wurde bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea zwar zum besten Spieler und zum besten Torhüter ausgezeichnet, allerdings erlebte der „Titan“ nach unfassbaren Leistungen im Turnierverlauf im Endspiel in Yokohama einen Tiefpunkt seiner Karriere. Das Bild von Oliver Kahn, wie er nach 90 Minuten niedergeschlagen am Torpfosten saß, ging um die Welt. Ausgerechnet er, der beste Torwart der Welt, hatte im Finale gegen Brasilien gepatzt. Deutschland konnte den favorisierten Brasilianern lange die Stirn bieten, ehe Oliver Kahn in der 67. Minute einen Schuss von Rivaldo unglücklich abprallen ließ. Superstar Ronaldo schob dankend zum 1:0 für die „Selecao“ ein. Elf Minuten vor dem Ende erhöhte Ronaldo noch auf 0:2. Für die erfolgsverwöhnten Brasilianer war der Gewinn gleichbedeutend mit einem Titelgewinn auf jedem Kontinent, auf dem eine Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. shutterstock_72560350 2006 – Das Ende des Sommermärchens Noch nie zuvor löste eine Weltmeisterschaft in Deutschland derart große Begeisterung aus, wie im Jahr 2006. Das „Sommermärchen“ versetzte eine ganze Nation in Trance. Das Halbfinalspiel gegen Italien sollte zum Ende des deutschen Freudentaumels werden. Nach 90 Minuten stand es im Fußball-Klassiker immer noch 0:0. Deutschland spielte sich in der Verlängerung zwar einige Torchancen heraus, konnte dieser aber nicht nutzen. Die Italiener agierten zwischenzeitlich mit drei Stürmern auf dem Feld und hatten zum Ende der Verlängerung den längeren Atem. In der 119. Minute erzielte Fabio Grosso das 1:0 für Italien. Deutschland warf daraufhin natürlich alles nach vorne, so dass Alessandro Del Piero noch zum 2:0 einschieben konnte. Deutschland wurde am Ende Dritter, Italien sicherte sich den Titel. 2014 – Das Festival gegen Brasilien Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien lieferte die deutsche Nationalmannschaft mehrere dramatische Spiele ab. Eines aus der Kategorie weniger dramatisch, dafür aber legendär, ist die Partie im Halbfinale gegen den Gastgeber aus Brasilien. Deutschland hatte sich während des gesamten Turniers einen Ruf als Favorit erarbeitet und galt, auch dank eines überragenden Manuel Neuer, als Gesamtfavorit auf den Titelgewinn. Am 8. Juli 2014 ging der Gastgeber aus Brasilien in Belo Horizonte schließlich mit 1:7 gegen eine überragende DFB-Elf unter. Bereits zur Halbzeit führte die Mannschaft von Joachim Löw mit 5:0. Oscar erzielte in der letzten Minute den Ehrentreffer für die Brasilianer. Für die „Selecao“ war diese Niederlage die wohl bitterste, in der gesamten Geschichte. Im Heimatland dermaßen vorgeführt zu werden, das wünscht man keinem Gastgeber. Die deutsche Nationalmannschaft belohnte sich mit dieser Partie für ein starkes Turnier und zog ins Finale ein. shutterstock_173954969 2014 – Mario Götze wird unsterblich Nach dem mitreißenden 7:1 Erfolg im Halbfinale gegen Brasilien war die deutsche Nationalmannschaft im Finale gegen Argentinien natürlich der Favorit. Dennoch wusste jeder im Team, dass es kein einfacher Tag werden würde. Dieser 13. Juli 2014 sollte aber dennoch in die Geschichte eingehen und vor allem für einen deutschen Fußballer ein ganz besonderer Tag werden: Mario Götze. Vor 74.738 Zuschauern übernahm der Favorit aus Deutschland früh die Kontrolle über die Partie. Die deutsche Nationalmannschaft hatte mehr Ballbesitz und kreierte ansehnliche Torchancen. Argentinien verlagerte sich größtenteils auf das Konterspiel. In der 88. Minute wurde Mario Götze eingewechselt, um für die anstehende Verlängerung frischen Wind ins Spiel zu bringen. Argentinien wurde im Laufe der Verlängerung immer defensiver, Deutschland entwickelte eine Drangphase. In der 113. Minute flankte André Schürrle auf den freistehenden Götze, der mit dem linken Fuß das 1:0 erzielte. Deutschland wurde Weltmeister und versetzte abermals eine ganze Nation in Begeisterung.